{"id":8,"date":"2012-11-19T13:15:17","date_gmt":"2012-11-19T13:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/koel.at\/?page_id=8"},"modified":"2012-11-19T13:38:05","modified_gmt":"2012-11-19T13:38:05","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/koel.at\/?page_id=8","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das alte \u00d6sterreich hatte den ersten Weltkrieg verloren und zerfiel in der Folge in seine Bestandteile. Georges Clemenceau h\u00f6hnte \u00d6sterreich als den \u201eRest der \u00fcbrig bleibt\u201c, und die politischen F\u00fchrer nannten es \u201eDeutsch-\u00d6sterreich\u201c und wollten eine Provinz der Deutschen Republik daraus machen. Der Friedensvertrag von St. Germain hinderte die Herren daran und machte sie so zu Staatsgr\u00fcndern wider Willen. Die an der Macht befindlichen Parteien, links oder rechts, wollten trotz aller Gegens\u00e4tze jedoch weiterhin den \u201eAnschlu\u00df\u201c und glaubten nicht an die Lebensf\u00e4higkeit \u00d6sterreichs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An den \u00d6sterreichischen Universit\u00e4ten und Hochschulen war die Deutscht\u00fcmelei weitest verbreitet, selbst in liberalen- und katholischen Kreisen. \u00d6sterreichischer Patriotismus galt als anachronistisch und eines Intellektuellen nicht w\u00fcrdig. Unter den wenigen Ausnahmen hatten die Anh\u00e4nger des Kaisers keine Identit\u00e4tsprobleme. Denn der Nationalismus hatte den Untergang dieses herrlichen Reiches bewirkt und der Nationalismus w\u00fcrde auch diesen sp\u00e4rlichen \u201eRest\u201c zugrunde richten. Kaiser Karl hatte dies prophetisch vorausgesehen. Seine Anh\u00e4nger erkannten es klar und versuchten gegen den Strom zu schwimmen. Am l. April 1922 starb Kaiser Karl. .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um sich dem fatalen Wahnsinn des tschechischen-, ungarischen-, s\u00fcdslavischen-, italienischen-, und besonders des Deutschen Nationalismus entgegen zu setzen, gr\u00fcndete man (wieder) die natio-austriaca, die \u00f6sterreichische Landsmannschaft. An den Universit\u00e4ten zu Padua, Bologna, Prag, Krakau gab es die natio-austriaca, die aus Angeh\u00f6rigen der Donaumonarchie bzw. der habsburgischen Erblande bestand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es waren einige Mittelsch\u00fcler und einige Maturanten, die trotz aller Anfeindungen im Oktober 1922 in Wien die Maximiliana, und Andere, die 1923 die Katholisch \u00f6sterreichische Verbindung Habsburg-Lothringen, beide noch Penn\u00e4ler Verbindungen, gr\u00fcndeten. Die beiden Verbindungen bekannten sich eindeutig zur \u00f6sterreichischen Idee und zum Haus \u00d6sterreich und wollten die \u00f6sterreichische Monarchie. Es klingt zwar paradox, aber dies ist kein Gegensatz zur Republik \u00d6sterreich. Schon damals &#8211; und dies gilt auch heute &#8211; erkannte man die res publica austriaca als eine unverzichtbare Notwendigkeit. Und weil man \u00d6sterreich liebte, wollte man zu seinem Schutz einen Monarchen &#8211; und zwar aus dem Hause \u00d6sterreich. Dies schien die beste Garantie f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Korporationen wuchsen heran und man dachte an eine weitere Gr\u00fcndung. 1925 wurde sodann die Mittelschullandsmannschaft Tegetthoff gegr\u00fcndet. Daraus ergab sich der Gedanke einen Bund von Landsmannschaften zu gr\u00fcnden. Der Autor des Programms der Landsmannschaften, Josef Pl\u00f6chl, (der Vater Prof. Willibald Pl\u00f6chls), verstarb 1925. Die Habsburg-Lothringen wurde Hochschulverbindung und die Tegetthoff blieb Mittelschulkorporation. 1927 erfolgte die Fusion Habsburg-Lothringens mit Maximiliana. Die fusionierte Verbindung hie\u00df fortan Katholisch \u00f6sterreichische Landsmannschaft Maximiliana.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Prinzipien der Landsmannschaft waren neben Religion, Wissenschaft und Bundesbr\u00fcderlichkeit noch zus\u00e4tzlich der Patriotismus, damals so bezeichnet, meinte es die Vaterlandsliebe, das Bekenntnis zum Erzhaus und zur Donaumonarchie. Daher hatten auch katholische Studenten, gleichg\u00fcltig welcher Nationalit\u00e4tsangeh\u00f6rigkeit, Zutritt zu den Korporationen. Von 1927 bis zum 1933 gedieh Maximiliana so gut, da\u00df noch im Sommer 1933 Starhemberg gegr\u00fcndet werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Akademische Bund Katholisch \u00d6sterreichischer Landsmannschaften wurde sodann am 12. September 1933 in Wien von den beiden Korporationen Maximiliana und Starhemberg gegr\u00fcndet. Das Datum war symboltr\u00e4chtig und wurde mit Absicht gew\u00e4hlt. Der 12. September war der 250. Jahrestag der Befreiung Wiens von der T\u00fcrkenbelagerung. Es war der Haupttag des damaligen Katholikentages und es war zugleich die Erinnerung an die Zusammengeh\u00f6rigkeit des Donauraumes. Auch die Namen der beiden Gr\u00fcndungskorporationen waren symboltr\u00e4chtig. Maximiliana, nach dem letzten Ritter genannt, sollte die ganze ritterliche Tradition zum Ausdruck bringen, die auch in einer studentischen Korporation vorhanden sein soll. Die Starhemberg wurde nach dem Verteidiger Wiens, dem Grafen R\u00fcdiger Starhemberg genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Programm Josef Pl\u00f6chls&#8216; wurde nun herangezogen. Willibald Pl\u00f6chl wurde zum ersten Bundessenior gew\u00e4hlt und Karl Plaschko, der Gr\u00fcnder Maximilianas zum Bundesconsenoir. Die erste gro\u00dfe Bl\u00fcte der Landsmannschaften erfolgte: 1934 gr\u00fcndete Maximiliana die Austria-Salzburg. 1936 gr\u00fcndete Maximiliana Carolina-Wien. 1937 gr\u00fcndete Maximiliana die Ferdinandea Graz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1938 brachte der \u201eAnschlu\u00df\u201c die Aufl\u00f6sung aller Landsmannschaften. S\u00e4mtliche Mitglieder waren au\u00dferordentlich gef\u00e4hrdet, da die Korporationen f\u00fcr ihre patriotische Gesinnung bekannt waren. Der Einmarsch der Deutschen Truppen in \u00d6sterreich wurde Unternehmen Otto genannt, nach dem obersten Bandinhaber, dem Kronpr\u0131nzen Erzherzog Otto. Der Philistersenior Maximilianae, Karl Frh. V. Zessner-Spitzenberg wurde mit dem ersten Transport nach dem KZ Dachau verbracht und dort bestialisch ermordet. Erich Thanner war mehrere Jahre im GESTAPO-Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bundeskanzler Schuschnigg war sieben Jahre im KZ. Viele Landsmannschafter wurden verhaftet, verh\u00f6rt und eingesperrt. Andere mu\u00dften aus politischen Gr\u00fcnden ins Exil. Da die Landsmannschaften nie einen Arierparagraphen kannten, waren die j\u00fcdischen oder \u201ehalbj\u00fcdischen\u201c Bundesbr\u00fcder extrem gef\u00e4hrdet. Teilweise konnten sie ins Exil entkommen, andere lebten als \u201eU-Boot\u201c in der Heimat. Landsmannschafter waren von Anfang an bei Widerstandsgruppen. Willibald Pl\u00f6chl war f\u00fchrend beteiligt beim Versuch der Errichtung einer Exilregierung in Washington.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die in Wien ans\u00e4ssigen Landsmannschafter war das Sommerhaus Karl Plaschkos im Rodenthal Treffpunkt und Nachrichtenaustauschort. Brunhilde Plaschko pflegte den Kontakt zu Landsmannschaftern, selbst mit denen, die in Russland eingezogen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1945 entstanden die Landsmannschaften wieder. Bald kam die zweite Bl\u00fcte der Korporationen. 1947 gr\u00fcndete Carolina-Wien die Josefina-Wien. 1947 gr\u00fcndete Maximiliana die Leopoldina-Wien. 1947 gr\u00fcndete Maximiliana die Theresiana Innsbruck. 1952 gr\u00fcndete Ferdinandea-Graz die Saxo-Meiningia-Linz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 7.9.1982 erfolgte die autochtone Gr\u00fcndung Ostaricias zu Innsbruck. Am 24.11.1984 wird die K\u00d6L Ostaricia nach einer zweij\u00e4hrigen Probezeit in den Bund Katholisch- \u00f6sterreichischer Landsmannschaften als ordentliches Mitglied aufgenommen. Am 30.1.1998 erfolgte die Gr\u00fcndung der j\u00fcngsten Corporation im Akademischen Bund katholisch-\u00f6sterreichischer Landsmannschaften &#8211;\u00a0die K\u00d6L Wallenstein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"right\"><em>(Quelle: Dipl.Ing. Heinrich Schuschnigg, tlw. gek\u00fcrzt)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das alte \u00d6sterreich hatte den ersten Weltkrieg verloren und zerfiel in der Folge in seine Bestandteile. Georges Clemenceau h\u00f6hnte \u00d6sterreich als den \u201eRest der \u00fcbrig bleibt\u201c, und die politischen F\u00fchrer nannten es \u201eDeutsch-\u00d6sterreich\u201c und wollten eine Provinz der Deutschen Republik daraus machen. 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